12.07.10
Bundesminister de Maizière: „Erinnerung an den Zweiten Weltkrieg bleibt in unseren Köpfen lebendig.“ Findbuch „Orte des Gewahrsams von deutschen Kriegsgefangenen in der Sowjetunion 1941-1956“ erschienen.
Am 9. Juli 2010 um 14:15 Uhr fand im Plenarsaal des Sächsischen Landtages die Präsentation des Findbuches „Orte des Gewahrsams von deutschen Kriegsgefangenen in der Sowjetunion 1941-1956" im Rahmen eines öffentlichen Colloquiums der Gemeinsamen Kommission für die Erforschung der jüngeren Geschichte der deutsch-russischen Beziehungen zum Thema „Die ,Deutsch-sowjetische Freundschaft’ in der DDR – Anspruch und Wirklichkeit“ statt.
Während des Zweiten Weltkrieges gerieten mehr als 3 Millionen Soldaten der deutschen Wehrmacht und Hunderttausende deutsche Zivilisten in sowjetische Kriegsgefangenschaft. Sie wurden in Tausenden von Lagern auf dem gesamten Territorium der UdSSR untergebracht. Gemäß militärischer Geheimhaltung waren diese Lager jeweils mit Nummern versehen. Ihre genaue Ortslage war lediglich aus den Erinnerungen von Heimkehrern zu ermitteln. Lediglich gut 2 000 Lager und Lagerstandorte konnten so verzeichnet werden. Erinnerungsfehler waren dabei nicht auszuschließen.
„Das Findbuch stellt eine ideale Ergänzung zu den nach Deutschland gelangten Kriegsgefangenenakten und den umfangreichen Informationen des DRK-Suchdienstes dar“, erklärte der Präsident des Deutschen Roten Kreuzes, Rudolf Seiters. Die vorliegende Publikation verwendet zum ersten Mal ausschließlich die Originalunterlagen der sowjetischen Verwaltung für Kriegsgefangene und Internierte (GUPWI). Insgesamt handelt es sich um über 6 000 Standortangaben zu Lagern, Arbeitsbataillonen und Friedhöfen. Zusätzlich werden erstmals in numerischer Reihefolge auch über 5 000 Front(nahe) Lagerstandorte verzeichnet. Das Findbuch ist ein Gemeinschaftswerk von russischen Archiven sowie der Dokumentationsstelle der Stiftung Sächsische Gedenkstätten, dem Suchdienst des Deutschen Roten Kreuzes sowie dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge.
„Dieses gemeinsame Buch ist ein überzeugender Beweis, dass trotz der dunklen Vergangenheit heute eine vertrauensvolle Zusammenarbeit der ehemaligen Kriegsgegner möglich ist“, betonte der Präsident des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge, Reinhard Führer. Es wurde im Rahmen des vom Bundesministerium des Inneren sowie dem Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien geförderten Forschungsprojektes der Dokumentationsstelle „Sowjetische und Deutsche Kriegsgefangene und Internierte. Forschungen zum Zweiten Weltkrieg und zur Nachkriegszeit“ erarbeitet. „Damit setzt dieses Werk die Reihe bereits erschienener Publikationen zur Aufarbeitung der Kriegsgefangenenproblematik fort“, erläuterte der stellv. Geschäftsführer der Stiftung Sächsische Gedenkstätten und Mitherausgeber der Publikation, Klaus-Dieter Müller.
Herausgeber: Föderale Archivagentur der Russischen Föderation; Staatliches Russisches Militärarchiv (RGVA); Stiftung Sächsische Gedenkstätten; Suchdienst München des Deutschen Roten Kreuzes; Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V.
Titel: Orte des Gewahrsams von deutschen Kriegsgefangenen in der Sowjetunion (1941-1956). Findbuch
Erscheinungsort: Dresden, Kassel, Moskau, München
Erscheinungsjahr: 2010
ISBN: 978-3-934382-22-0
DAS BUCH IST LEIDER VERGRIFFEN!
07.07.10
Am 9. Juli 2010 um 14.15 Uhr findet im Plenarsaal des Sächsischen Landtages im Rahmen eines öffentlichen Colloquiums der Gemeinsamen Kommission für die Erforschung der jüngeren Geschichte der deutsch-russischen Beziehungen zum Thema „Die ,Deutsch-sowjetische Freundschaft’ in der DDR – Anspruch und Wirklichkeit“ die Präsentation der Veröffentlichung "Orte des Gewahrsams von deutschen Kriegsgefangenen in der Sowjetunion 1941-1956" statt.
05.07.10
Dr. Boris Böhm, der Leiter der Gedenkstätte Pirna-Sonnenstein, blickt auf eine erfolgreiche Veranstaltung am 02.07.2010 in der Stadtbibliothek Pirna zurück. Im Rahmenprogramm zur Präsentation des „Denkmals der Grauen Busse“ präsentierte die Stiftung Sächsische Gedenkstätten in Kooperation mit dem Hannah-Arendt-Institut das neue Heft der Reihe „Lebenszeugnisse-Leidenswege“. Daniela Martin, eine Kölner Journalistin und Biografin, schildert in diesem Buch unter dem Titel „… die Blumen haben fein geschmeckt“ die Biografie ihrer Urgroßmutter Anna L., die am 5. Juli 1940, das heißt vor 70 Jahren, in der Tötungsanstalt Pirna-Sonnenstein der nationalsozialistischen „Euthanasie“ zum Opfer gefallen ist.
24.06.10
Am 24. Juni 2010 wurde das mobile „DENKMAL DER GRAUEN BUSSE“ in der Pirnaer Innenstadt auf der Grünfläche an der Grohmannstraße aufgestellt.
23.06.10
Zehntausende Opfer sollen in den nächsten Jahren auf den vier Kriegsgefangenenfriedhöfen auf dem Gebiet der Gemeinde Zeithain erstmals öffentlich namentlich geehrt werden. Im Anschluss an die Gedenkfeier anlässlich des 65. Jahrestages der Befreiung des Kriegsgefangenenlagers Zeithain in der Gedenkstätte Ehrenhain Zeithain am 23.04.2010 fand auf Vorschlag der Stiftung Sächsische Gedenkstätten eine erste öffentliche Präsentation eines Zwischenentwurfs für die Aufstellung von Namensträgern auf den vier Zeithainer Kriegsgefangenenfriedhöfen durch einen Vertreter des Sächsischen Ministeriums für Soziales und Verbraucherschutz sowie das Dresdner Architekturbüro May statt.
22.06.10
Die Gedenkstätte reagiert auf das weiter steigende Besucherinteresse an der jüngeren deutschen Geschichte: Ab dem 28. Juni öffnet das ehemalige Stasi-Gefängnis auch montags von 10:00 Uhr bis 16:00 Uhr. Die Sonderöffnungszeiten gelten bis 1. November 2010. Im vergangenen Jahr besichtigten über 100.000 Besucher die Gedenkstätte.
21.06.10
Der langjährige Vorsitzende des Bautzen-Komitees, des Vereins ehemaliger politischer Häftlinge der Bautzener Gefängnisse, Hans Corbat, ist am 10. Juni 2010 nach langjähriger Erkrankung in Hannover verstorben. Corbat leitete zwischen 1995 und 2000 die Geschicke des Bautzen-Komitees und war in dieser Zeit auch Vorsitzender des Stiftungsbeirates der Stiftung Sächsische Gedenkstätten.
18.06.10
Seit dem 16. Juni macht ein neuerrichtetes touristisches Hinweisschild auf der Autobahn A4 auf eine der besonderen Sehenswürdigkeiten Bautzens aufmerksam. In beiden Fahrtrichtungen befindet sich jeweils vor den Abfahrten Bautzen-West in Richtung Görlitz und Bautzen-Ost in Richtung Dresden ein grafisch aufbereiteter Blick auf die Gedenkstätte Bautzen. Mauern, Stacheldraht und Wachturm geben dem vorbeifahrenden Autofahrer einen Hinweis auf die Gefängnisgeschichte der Stadt und auf den Ort, der diese heute dokumentiert.
03.06.10
In den letzten Tagen berichteten Dresdner Medien wiederholt über eine neue Debatte im Umgang mit den namentlich bekannten Toten des 13. Februar 1945. Verschiedene Mitglieder des Stadtrates haben sich dazu öffentlich geäußert. Die FDP-Fraktion forderte darüber hinaus in einer Presseerklärung vom 26. Mai 2010 eine Einbeziehung des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. als beratende Institution in die Debatte.
02.06.10
Die Gedenkstätte Ehrenhain Zeithain erweitert ihre Wochenendöffnungszeiten. Sie ist ab 05.06.2010 für Besucher zusätzlich am Samstag geöffnet. Im Zeitraum vom 1. März bis 30. November eines jeden Jahres können Interessierte die Dauerausstellung jetzt auch samstags und sonntags in der Zeit von 10-16 Uhr besuchen. Die Schließzeit an Wochenenden im Winterhalbjahr wird damit von fünf auf drei Monate verkürzt, um einen Besuch noch akttraktiver zu machen.